Wirkstoffe
Weihrauch: Herkunft, Verwendung und Hinweise
Weihrauch ist das Harz von Boswellia-Bäumen, bekannt als Räucherwerk und aus der ayurvedischen Medizin. Als Zutat für die Gelenke ist er beliebt, die Untersuchungen beim Menschen reichen für eine Empfehlung aber nicht aus.
Was ist Weihrauch?
Weihrauch ist ein Gummiharz, das aus der Rinde von Bäumen der Gattung Boswellia austritt. Für Präparate wird vor allem der Indische Weihrauch (Boswellia serrata) verwendet, für Räucherwerk eher Arten aus Arabien und Ostafrika. Das Harz enthält ätherisches Öl, Schleimstoffe und Boswelliasäuren. Die Boswelliasäuren stehen im Mittelpunkt des Interesses, weil sie im Labor entzündungsfördernde Enzyme hemmen.
Herkunft und Gewinnung
Indischer Weihrauch wächst in trockenen Bergwäldern Indiens. Die Rinde wird angeritzt, der austretende milchige Saft trocknet an der Luft zu Harzklumpen und wird später abgekratzt. Aus dem Harz werden Pulver und Extrakte hergestellt. Die Verbraucherzentralen weisen darauf hin, dass Extraktart, Inhaltsstoffe und Dosierung nicht einheitlich sind. In Tests enthielten Produkte teils deutlich weniger Boswelliasäuren als angegeben.
Traditionelle und heutige Verwendung
Weihrauch ist seit der Antike ein wertvolles Handelsgut und wird in religiösen Zeremonien verbrannt. In der ayurvedischen Medizin wird das Harz von Boswellia serrata seit Langem bei Gelenkbeschwerden und Entzündungen verwendet. In Deutschland gibt es kein zugelassenes Weihrauch-Arzneimittel. Erhältlich ist Weihrauch als Nahrungsergänzungsmittel sowie in Cremes und Gelen für die Gelenke.
Was die Forschung sagt
Die meisten Erkenntnisse zur entzündungshemmenden Wirkung stammen aus Labor- und Tierversuchen. Untersuchungen mit Menschen, etwa bei Kniearthrose, sind wenige und meist klein. Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft hält eine Empfehlung deshalb nicht für möglich. Für äußerlich angewendete Produkte gibt es kaum Daten. Für Pflanzenstoffe hat die EU bisher keine gesundheitsbezogenen Angaben zugelassen, die Prüfung solcher Angaben ruht seit Jahren. Werbung mit Krankheitsbezug ist für Nahrungsergänzungsmittel ohnehin verboten.
Sicherheit, Wechselwirkungen und Grenzwerte
Beschrieben sind Übelkeit, Sodbrennen, Magen-Darm-Beschwerden und allergische Reaktionen. Eine offizielle Höchstmenge gibt es nicht. • Weihrauch kann mit vielen Arzneimitteln wechselwirken. Die Verbraucherzentralen raten von der gleichzeitigen Einnahme mit Gerinnungshemmern ab. Ärztlich verordnete Medikamente nicht ohne ärztliche Rücksprache absetzen oder verändern. • Wer regelmäßig Medikamente nimmt, fragt vor der Einnahme in Arztpraxis oder Apotheke nach. • Für Kinder sind Weihrauchpräparate nicht geeignet, für Schwangere und Stillende fehlen Daten. • Bei ayurvedischen Produkten unklarer Herkunft wurden Schwermetalle gefunden. • Cremes und Gele nur auf intakte Haut auftragen und bei Hautreaktionen absetzen.
In welchen Produkten auf MVZ Hartmann
Weihrauch ist auf MVZ Hartmann derzeit in diesen Produkten als Zutat aufgeführt: • Artroflex Active: Kapseln, Weihrauch-Harzextrakt 6:1 • Arthrovia: Gel in der Tube mit Arnika und Teufelskralle • Artrolux Plus Creme: Creme mit Glucosamin und Kollagen • Hondro Sol: Spray mit Arnika und Teufelskralle Menge, Extraktart und Darreichungsform unterscheiden sich von Produkt zu Produkt. Die vollständige Zusammensetzung und die Hinweise zur Anwendung stehen auf der jeweiligen Produktseite.
FAQ
- Was ist Weihrauch?
- Das getrocknete Harz von Boswellia-Bäumen. Für Präparate wird meist der Indische Weihrauch verwendet.
- Hilft Weihrauch bei Gelenkschmerzen?
- Untersuchungen mit Menschen sind wenige und klein. Eine Empfehlung lässt sich daraus nicht ableiten.
- Gibt es Weihrauch als Arzneimittel?
- In Deutschland ist kein Weihrauch-Arzneimittel zugelassen.
- Darf ich Weihrauch mit Blutverdünnern nehmen?
- Die Verbraucherzentralen raten davon ab. Sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
- Warum unterscheiden sich Weihrauchprodukte so stark?
- Extraktart, Gehalt an Boswelliasäuren und Dosierung sind nicht einheitlich geregelt.
- Welche Nebenwirkungen sind möglich?
- Übelkeit, Sodbrennen, Magen-Darm-Beschwerden und allergische Reaktionen.
Quellen
Hinweis: Dieser Inhalt dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung.