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Wirkstoffe

Teufelskralle: Herkunft, Verwendung und Hinweise

Die Teufelskralle ist eine Wüstenpflanze aus dem südlichen Afrika, deren Speicherwurzeln in Europa traditionell bei leichten Gelenkschmerzen und Verdauungsbeschwerden verwendet werden. Wer ein Magengeschwür hat, sollte Präparate zum Einnehmen meiden.

Was ist Teufelskralle?

Die Teufelskralle (Harpagophytum procumbens) ist eine kriechende Pflanze aus den Trockengebieten des südlichen Afrikas. Ihren Namen verdankt sie den Früchten: Sie tragen lange, verholzte Haken, die sich im Fell von Tieren verfangen. Verwendet werden die knollig verdickten Nebenwurzeln, in denen die Pflanze Wasser speichert. Sie enthalten Bitterstoffe aus der Gruppe der Iridoidglykoside, vor allem Harpagosid. Extrakte werden oft auf einen bestimmten Harpagosidgehalt eingestellt.

Herkunft und Gewinnung

Die Pflanze wächst vor allem in Namibia, Botswana und Südafrika, besonders in der Kalahari. Die Speicherwurzeln werden ausgegraben, in Scheiben geschnitten und in der Sonne getrocknet. Damit die Bestände erhalten bleiben, lässt man die Hauptwurzel möglichst im Boden. Aus der getrockneten Droge entstehen Tees, Pulver und Trockenextrakte für Tabletten und Kapseln sowie flüssige Auszüge für Gele und Sprays.

Traditionelle und heutige Verwendung

Im südlichen Afrika wurde die Wurzel bei Verdauungsbeschwerden, Fieber und Schmerzen verwendet. Nach Europa kam sie zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die EMA führt Teufelskrallenwurzel in einer Monographie als traditionelles pflanzliches Arzneimittel zur Linderung leichter Gelenkschmerzen sowie bei Appetitlosigkeit und leichten Verdauungsbeschwerden. Dabei geht es um Zubereitungen zum Einnehmen. In Gelen und Sprays wird sie zusätzlich äußerlich eingesetzt.

Was die Forschung sagt

Es gibt Untersuchungen mit Teufelskralle-Extrakten bei Rücken- und Gelenkschmerzen, teils mit günstigen Ergebnissen über einige Wochen. Viele davon sind klein und methodisch unterschiedlich, die Extrakte nicht immer vergleichbar. Die EMA stützt ihre Einordnung deshalb auf die Tradition und nicht auf eine gut belegte Wirkung. Für äußerlich angewendete Produkte gibt es kaum Daten. Eine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe der EU besteht für Teufelskralle nicht.

Sicherheit, Wechselwirkungen und Grenzwerte

Präparate zum Einnehmen werden meist gut vertragen. Gelegentlich treten Durchfall, Übelkeit, Bauchschmerzen oder Hautreaktionen auf. • Bei Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüren keine Teufelskralle einnehmen. • Bei Gallensteinen vorher ärztlich nachfragen. • Für Schwangerschaft, Stillzeit sowie Kinder und Jugendliche fehlen Daten. Hier wird von der Einnahme abgeraten. • Wer regelmäßig Medikamente nimmt, etwa gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, spricht vor der Einnahme mit Arzt oder Apotheke. • Bei Gelen und Sprays: nur auf intakte Haut, nicht in die Augen. • Gelenkschmerzen mit Schwellung, Rötung, Fieber oder nach einem Unfall gehören in ärztliche Hände.

In welchen Produkten auf MVZ Hartmann

Teufelskralle ist auf MVZ Hartmann derzeit in diesen Produkten als Zutat aufgeführt: • Artroflex Active: Kapseln, Extrakt 15:1 mit Harpagosid • Arthrovia: Gel in der Tube mit Arnika und Weihrauch • ArtiZynt Gel: Gel mit Menthol und Kampfer • ArtiZynt - Gel gegen Gelenkschmerzen: Gel mit Menthol und Kampfer • Hondro Sol: Spray mit Arnika und Weihrauch • HONDROLIFE: Spray mit Rosskastanie und Arnika Menge, Extraktart und Darreichungsform unterscheiden sich von Produkt zu Produkt. Die vollständige Zusammensetzung und die Hinweise zur Anwendung stehen auf der jeweiligen Produktseite.

FAQ

Wofür wird Teufelskralle verwendet?
Traditionell bei leichten Gelenkschmerzen sowie bei Appetitlosigkeit und leichten Verdauungsbeschwerden. So beschreibt es die EU-Monographie der EMA.
Wie lange dauert es, bis man etwas bemerkt?
Bei Präparaten zum Einnehmen wird meist eine Anwendung über mehrere Wochen beschrieben. Bessern sich die Beschwerden nicht, ist ärztlicher Rat sinnvoll.
Wer sollte Teufelskralle nicht einnehmen?
Menschen mit Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür, Schwangere, Stillende sowie Kinder und Jugendliche. Bei Gallensteinen vorher ärztlich nachfragen.
Wirkt Teufelskralle auch im Gel?
Teufelskralle wird auch äußerlich verwendet. Für diese Anwendung gibt es aber deutlich weniger Untersuchungen als für Präparate zum Einnehmen.
Woher kommt der Name?
Von den Früchten mit ihren langen Haken, die an Krallen erinnern.
Ist Teufelskralle mit Schmerzmitteln vergleichbar?
Nein. Sie ist ein traditionelles pflanzliches Mittel für leichte Beschwerden und kein Ersatz für eine ärztliche Behandlung.

Quellen

Hinweis: Dieser Inhalt dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung.