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Wirkstoffe

Süßholz: Herkunft, Verwendung und Hinweise

Süßholz ist die Wurzel, aus der Lakritz gemacht wird. Ihr Inhaltsstoff Glycyrrhizin kann bei regelmäßiger Aufnahme größerer Mengen den Blutdruck erhöhen und Kalium aus dem Körper schwemmen.

Was ist Süßholz?

Süßholz (Glycyrrhiza glabra) ist ein Schmetterlingsblütler, dessen Wurzeln und unterirdische Ausläufer intensiv süß schmecken. Verantwortlich ist vor allem Glycyrrhizin, das ein Vielfaches süßer ist als Zucker. Aus eingedicktem Süßholzsaft wird Lakritz hergestellt. Daneben enthält die Wurzel Flavonoide, die ihr die gelbe Farbe geben.

Herkunft und Gewinnung

Die Pflanze ist im Mittelmeerraum und in West- und Zentralasien heimisch und wird dort auch angebaut. Die Wurzeln werden nach drei bis vier Jahren ausgegraben, getrocknet und geschält oder ungeschält zerkleinert. Für Präparate entstehen daraus Pulver und Extrakte, die teils auf einen bestimmten Glycyrrhizinsäuregehalt eingestellt sind. In der Lebensmittelindustrie dient Süßholz als Aroma und Süßungsmittel.

Traditionelle und heutige Verwendung

Süßholz gehört zu den ältesten Arzneipflanzen und war schon in der Antike bei Husten und Magenbeschwerden bekannt. Die EMA führt Süßholzwurzel in einer Monographie für traditionelle Anwendungen als schleimlösendes Mittel bei Husten mit Erkältung sowie bei Verdauungsbeschwerden wie Sodbrennen und Magendrücken. Für die Anwendung bei Magenbeschwerden gilt eine begrenzte Dauer. Heute ist Süßholz Bestandteil von Hustentees, Magentees und Kombinationspräparaten.

Was die Forschung sagt

Die Wirkung von Glycyrrhizin auf den Mineralhaushalt ist gut untersucht: Es hemmt ein Enzym in der Niere, wodurch der Körper mehr Natrium und Wasser zurückhält und mehr Kalium ausscheidet. Für die traditionellen Anwendungen gibt es nur wenige Untersuchungen mit Menschen. Für Pflanzenstoffe hat die EU bisher keine gesundheitsbezogenen Angaben zugelassen, die Prüfung solcher Angaben ruht seit Jahren.

Sicherheit, Wechselwirkungen und Grenzwerte

Das BfR empfiehlt, die Aufnahme von Glycyrrhizin auf unter 100 mg pro Tag zu begrenzen. Bei regelmäßig größeren Mengen drohen Bluthochdruck, Wassereinlagerungen und Muskelschwäche durch Kaliummangel. Lebensmittel mit viel Glycyrrhizinsäure müssen einen Warnhinweis für Menschen mit Bluthochdruck tragen. • Bei Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nieren- und Lebererkrankungen sowie niedrigem Kaliumspiegel auf Süßholzpräparate verzichten. • Schwangere meiden größere Mengen Süßholz und Lakritz. • Wechselwirkungen bestehen mit entwässernden Medikamenten, Herzglykosiden, Kortison und Abführmitteln, die ebenfalls Kalium senken. Ärztlich verordnete Medikamente nicht ohne ärztliche Rücksprache absetzen oder verändern. • Mehrere süßholzhaltige Produkte und Lakritz zusammenrechnen. • Präparate nicht länger als einige Wochen ohne ärztliche Begleitung einnehmen.

In welchen Produkten auf MVZ Hartmann

Süßholz ist auf MVZ Hartmann derzeit in diesen Produkten als Zutat aufgeführt: • Glucortex: Kapseln, Süßholzwurzelextrakt mit 10 % Glycyrrhizinsäure • Glyco Forte Glucose Management: Kombination mit Berberin und Zimt • Parazax: Kapseln, 45 mg Süßholzwurzel je Tagesmenge • Parazax Complex: 135 mg Süßholzwurzel je Tagesmenge • Parazicid: Kombination mit Gewürznelke und Mariendistel Menge, Extraktart und Darreichungsform unterscheiden sich von Produkt zu Produkt. Die vollständige Zusammensetzung und die Hinweise zur Anwendung stehen auf der jeweiligen Produktseite.

FAQ

Wie viel Süßholz ist unbedenklich?
Das BfR empfiehlt, weniger als 100 mg Glycyrrhizin pro Tag aufzunehmen. Wie viel ein Präparat enthält, hängt vom Extrakt ab.
Warum kann Süßholz den Blutdruck erhöhen?
Glycyrrhizin lässt den Körper mehr Natrium und Wasser zurückhalten und mehr Kalium ausscheiden.
Wer sollte auf Süßholz verzichten?
Menschen mit Bluthochdruck, Herz-, Nieren- oder Lebererkrankungen, niedrigem Kalium sowie Schwangere.
Darf ich Süßholz mit Blutdruckmitteln kombinieren?
Nur nach ärztlicher Rücksprache. Ärztlich verordnete Medikamente nicht ohne ärztliche Rücksprache absetzen oder verändern.
Zählt Lakritz mit?
Ja. Lakritz enthält ebenfalls Glycyrrhizin, die Mengen addieren sich.
Woran merkt man zu viel Süßholz?
Mögliche Zeichen sind geschwollene Beine, Kopfschmerzen durch steigenden Blutdruck und Muskelschwäche. Dann das Produkt absetzen und ärztlich abklären lassen.

Quellen

Hinweis: Dieser Inhalt dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung.