Wirkstoffe
Menthol: Herkunft, Verwendung und Hinweise
Menthol ist der Stoff, der Pfefferminze ihr kühles Gefühl verleiht, und eine häufige Zutat in Gelen für Muskeln und Gelenke. Hier lesen Sie, wie die Kühle entsteht, wofür Menthol traditionell verwendet wird und warum es bei kleinen Kindern tabu ist.
Was ist Menthol?
Menthol ist ein farbloser, kristalliner Stoff mit dem typischen frischen Minzgeruch. Er ist der Hauptbestandteil von Pfefferminzöl und kommt auch in Ackerminze vor. In Cremes, Gelen, Balsamen, Zahnpasta und Bonbons ist er allgegenwärtig. Das kühle Gefühl ist ein Trick der Nerven: Menthol aktiviert in der Haut einen Rezeptor, der sonst auf Kälte reagiert. Die Haut fühlt sich kühl an, obwohl ihre Temperatur kaum sinkt. Dieser Reiz kann andere Empfindungen wie Schmerz oder Juckreiz vorübergehend überdecken.
Herkunft und Gewinnung
Natürliches Menthol wird vor allem aus dem Öl der Ackerminze (Mentha arvensis) gewonnen. Das Öl wird stark abgekühlt, dabei kristallisiert Menthol aus. Daneben gibt es synthetisch hergestelltes Menthol, das chemisch identisch sein kann. In Gelen für Muskeln und Gelenke liegt Menthol meist in Konzentrationen von wenigen Prozent vor, oft zusammen mit Kampfer oder Eukalyptusöl.
Traditionelle und heutige Verwendung
Minzöle werden seit Jahrhunderten zum Einreiben bei Kopf- und Muskelschmerzen genutzt. Die EMA führt Pfefferminzöl in einer Monographie: Äußerlich ist es als traditionelles pflanzliches Arzneimittel bei leichten Muskelschmerzen, Juckreiz und Erkältungsbeschwerden beschrieben, eingenommen in Kapseln bei Bauchkrämpfen und Blähungen. Heute ist Menthol vor allem Bestandteil kühlender Pflegegele, Sportgele und Erkältungsbalsame.
Was die Forschung sagt
Der kühlende Effekt ist gut erklärt und für jeden sofort spürbar. Ob ein Mentholgel Beschwerden spürbar lindert, hängt von Menge, Grundlage und Ursache ab. Bei leichten Verspannungen empfinden viele die Kühle als angenehm, eine Behandlung der Ursache ist das nicht. Für Menthol in Kosmetik gibt es keine zugelassenen gesundheitsbezogenen Angaben. Die EU-Angaben nach der Health-Claims-Verordnung betreffen nur Lebensmittel.
Sicherheit, Wechselwirkungen und Grenzwerte
Das BfR warnt ausdrücklich: Bei Säuglingen und Kleinkindern können schon kleine Mengen Menthol, Pfefferminz- oder Eukalyptusöl in der Nähe von Mund und Nase einen Krampf des Kehlkopfs und Atemnot auslösen. Für Kinder unter drei Jahren ist besondere Vorsicht geboten. • Nicht im Gesicht von Säuglingen und Kleinkindern anwenden und Tuben außer Reichweite aufbewahren. • Nur auf intakte Haut auftragen, nicht auf Wunden, Schleimhäute oder in die Augen. • Nach dem Einreiben die Hände waschen. • Auf empfindlicher Haut sind Rötung und Brennen möglich. Bei starker Reizung abwaschen. • Bei Asthma können intensive Dämpfe Hustenreiz auslösen.
In welchen Produkten auf MVZ Hartmann
Menthol ist auf MVZ Hartmann derzeit in diesen Produkten als Zutat aufgeführt: • Arthrovia: Gel in der Tube mit Arnika und Teufelskralle • ArtiZynt Gel: Gel mit Kampfer und Eukalyptusöl • ArtiZynt - Gel gegen Gelenkschmerzen: Gel mit Kampfer und Eukalyptusöl • Flexihotin: wärmendes Gel mit Kampfer und Arnika • Venovixil Vein Care Cream: Beincreme mit Rosskastanie und Hamamelis Pfefferminzöl, das Menthol enthält, steht außerdem in der Zutatenliste von EXODERMIN und HONDROLIFE. Menge, Extraktart und Darreichungsform unterscheiden sich von Produkt zu Produkt. Die vollständige Zusammensetzung und die Hinweise zur Anwendung stehen auf der jeweiligen Produktseite.
FAQ
- Warum fühlt sich Menthol kalt an?
- Menthol aktiviert in der Haut einen Kälterezeptor. Die Haut meldet Kühle, obwohl sich die Temperatur kaum ändert.
- Darf ich Mentholgel bei Kindern verwenden?
- Bei Säuglingen und Kleinkindern nicht. Das BfR warnt vor Atemproblemen durch Menthol und ähnliche ätherische Öle bei Kindern unter drei Jahren.
- Wie oft kann ich ein Mentholgel auftragen?
- Richten Sie sich nach den Angaben des jeweiligen Produkts. Meist sind zwei bis drei Anwendungen am Tag vorgesehen.
- Kann Menthol die Haut reizen?
- Ja, vor allem bei empfindlicher oder vorgeschädigter Haut. Testen Sie das Gel zuerst an einer kleinen Stelle.
- Ist Menthol dasselbe wie Pfefferminzöl?
- Nein. Menthol ist der wichtigste Bestandteil von Pfefferminzöl, das Öl enthält aber noch viele weitere Stoffe.
- Darf ich Mentholgel mit einer Wärmflasche kombinieren?
- Besser nicht. Wärme und Abdecken verstärken den Hautreiz.
Quellen
Hinweis: Dieser Inhalt dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung.