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Wirkstoffe

Mariendistel: Herkunft, Verwendung und Hinweise

Die Mariendistel ist eine stachelige Pflanze mit weiß geäderten Blättern, deren Früchte den Wirkstoffkomplex Silymarin enthalten. Die EMA beschreibt sie traditionell bei Verdauungsbeschwerden und zur Unterstützung der Leberfunktion.

Was ist die Mariendistel?

Die Mariendistel (Silybum marianum) ist ein Korbblütler mit purpurnen Blütenköpfen und großen, stacheligen Blättern, die auffällig weiß geädert sind. Eine Legende erzählt, die Adern stammten von Marias Milch, daher der Name. Verwendet werden die reifen Früchte, die oft als Samen bezeichnet werden. Sie enthalten Silymarin, ein Gemisch aus Flavonolignanen, deren wichtigster Bestandteil Silibinin ist.

Herkunft und Gewinnung

Ursprünglich stammt die Pflanze aus dem Mittelmeerraum. Für Arzneimittel und Nahrungsergänzungen wird sie heute in Mitteleuropa, unter anderem in Deutschland, Österreich und Ungarn angebaut. Die Früchte werden geerntet, getrocknet und entfettet. Anschließend wird Silymarin mit Lösungsmitteln herausgelöst und häufig auf einen festen Gehalt eingestellt. Silymarin löst sich schlecht in Wasser, Tee aus den Früchten enthält daher nur wenig davon.

Traditionelle und heutige Verwendung

Seit der Antike wird die Mariendistel bei Leber- und Gallenbeschwerden eingesetzt. In der Volksmedizin galt sie als Mittel bei Verdauungsstörungen. Die EMA führt Mariendistelfrüchte in einer Monographie als traditionelles pflanzliches Arzneimittel bei Verdauungsbeschwerden und zur Unterstützung der Leberfunktion. In der Notfallmedizin wird ein Silibinin-Präparat als Infusion bei Vergiftungen mit dem Knollenblätterpilz verwendet, das hat mit Kapseln aus dem Alltag aber nichts zu tun.

Was die Forschung sagt

Es gibt viele Untersuchungen mit Silymarin bei Lebererkrankungen, etwa Fettleber oder alkoholbedingten Schäden. Die Ergebnisse sind uneinheitlich, ein klarer Nutzen für den Verlauf von Lebererkrankungen ist nicht gesichert. Die EMA stützt ihre Einordnung auf die lange Tradition. Für Pflanzenstoffe hat die EU bisher keine gesundheitsbezogenen Angaben zugelassen, die Prüfung solcher Angaben ruht seit Jahren.

Sicherheit, Wechselwirkungen und Grenzwerte

Mariendistelzubereitungen werden in der Regel gut vertragen. Gelegentlich treten Magen-Darm-Beschwerden wie leicht abführende Wirkung auf, selten allergische Reaktionen. • Bei Allergie gegen Korbblütler wie Arnika, Kamille oder Ringelblume vorsichtig sein. • Beschwerden im Oberbauch, Gelbfärbung der Haut oder Augen und dunkler Urin gehören sofort in ärztliche Hände. • Lebererkrankungen werden ärztlich behandelt. Ein Präparat ersetzt keine Untersuchung. • Für Kinder, Schwangere und Stillende fehlen ausreichende Daten. • Wer regelmäßig Medikamente nimmt, fragt vorher in der Apotheke nach.

In welchen Produkten auf MVZ Hartmann

Mariendistel ist auf MVZ Hartmann derzeit in diesen Produkten als Zutat aufgeführt: • Parazax: Kapseln, 30 mg Mariendistelsamen je Tagesmenge • Parazax Complex: 90 mg je Tagesmenge, davon 72 mg Silymarin • Parazicid: Kombination mit Süßholz und Gewürznelke Menge, Extraktart und Darreichungsform unterscheiden sich von Produkt zu Produkt. Die vollständige Zusammensetzung und die Hinweise zur Anwendung stehen auf der jeweiligen Produktseite.

FAQ

Was ist Silymarin?
Ein Gemisch aus Pflanzenstoffen der Mariendistelfrüchte. Wichtigster Bestandteil ist Silibinin.
Wofür wird Mariendistel verwendet?
Traditionell bei Verdauungsbeschwerden und zur Unterstützung der Leberfunktion. So beschreibt es die EU-Monographie der EMA.
Hilft Mariendistel bei Lebererkrankungen?
Ein klarer Nutzen ist nicht gesichert. Lebererkrankungen gehören in ärztliche Behandlung.
Ist Mariendisteltee sinnvoll?
Silymarin löst sich schlecht in Wasser. Ein Tee enthält deshalb nur geringe Mengen.
Wer sollte Mariendistel meiden?
Menschen mit Allergie gegen Korbblütler. Kinder, Schwangere und Stillende nur nach ärztlicher Rücksprache.
Gibt es Nebenwirkungen?
Meist wird Mariendistel gut vertragen. Möglich sind ein leicht abführender Effekt und selten allergische Reaktionen.

Quellen

Hinweis: Dieser Inhalt dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung.