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Wirkstoffe

Lycopin: Herkunft, Verwendung und Hinweise

Lycopin ist der rote Farbstoff der Tomate und gehört zu den Carotinoiden. In Prostata-Präparaten wird es häufig zugesetzt, ein Nutzen von isoliertem Lycopin ist aber nicht belegt.

Was ist Lycopin?

Lycopin ist ein Carotinoid, ein fettlöslicher Pflanzenfarbstoff aus derselben Familie wie Beta-Carotin. Es färbt Tomaten, Wassermelonen, rosa Grapefruits und Guaven rot. Anders als Beta-Carotin wird Lycopin im Körper nicht in Vitamin A umgewandelt. Als Antioxidans kann Lycopin im Reagenzglas reaktive Sauerstoffverbindungen abfangen. Ob das im Körper eine messbare Bedeutung hat, ist eine andere Frage.

Herkunft und Gewinnung

Die mit Abstand wichtigste Quelle sind Tomaten und Tomatenprodukte. Aus erhitzten Produkten wie Tomatenmark, Soße oder Suppe nimmt der Körper Lycopin deutlich besser auf als aus rohen Tomaten, besonders zusammen mit etwas Fett wie Olivenöl. Für Präparate wird Lycopin aus Tomaten extrahiert, mithilfe eines Pilzes fermentativ gewonnen oder chemisch hergestellt. Als Lebensmittelfarbstoff trägt es die Nummer E 160d.

Traditionelle und heutige Verwendung

Eine Tradition als Heilmittel hat Lycopin nicht. Bekannt wurde es durch Beobachtungsstudien, in denen Männer, die viele Tomatenprodukte aßen, seltener an Prostatakrebs erkrankten. Seitdem wird es in Präparaten für Männer und die Prostata verwendet, oft zusammen mit Sägepalme, Zink und Kürbiskern. Als Farbstoff findet man Lycopin außerdem in Süßwaren, Getränken und Wurstwaren.

Was die Forschung sagt

Die Beobachtungen beziehen sich auf Tomaten als Lebensmittel mit vielen weiteren Inhaltsstoffen. Für isoliertes Lycopin aus Kapseln ließ sich ein Schutz der Prostata nicht belegen. Die EFSA hat beantragte Angaben zu Lycopin als nicht ausreichend begründet abgelehnt. Eine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe der EU gibt es für Lycopin nicht. Die Verbraucherzentralen raten von hoch dosiertem isoliertem Lycopin über längere Zeit ab und empfehlen stattdessen Tomatenprodukte.

Sicherheit, Wechselwirkungen und Grenzwerte

Die EFSA hat für Lycopin aus allen Quellen eine annehmbare tägliche Aufnahme von 0,5 mg pro Kilogramm Körpergewicht festgelegt. Für eine Person mit 70 kg sind das 35 mg am Tag. Präparate liegen meist deutlich darunter, die Menge aus der Ernährung kommt aber hinzu. • Sehr große Mengen über lange Zeit können die Haut orange verfärben. Das ist harmlos und verschwindet nach dem Absetzen. • Wer bereits viele Tomatenprodukte isst, braucht in der Regel kein zusätzliches Lycopin. • Prostatabeschwerden wie häufiger Harndrang oder Blut im Urin gehören in ärztliche Hände, bevor ein Präparat genommen wird. • Bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme Rücksprache mit Arzt oder Apotheke halten.

In welchen Produkten auf MVZ Hartmann

Lycopin ist auf MVZ Hartmann derzeit in diesen Produkten als Zutat aufgeführt: • Prostatricum: Kapseln, 3,1 mg Lycopin-Pulver je Tagesmenge • Prostatricum Plus: Kapseln, 1,92 mg Lycopin je Tagesmenge • Reprostat: Kapseln mit Sägepalme und Zink Menge, Extraktart und Darreichungsform unterscheiden sich von Produkt zu Produkt. Die vollständige Zusammensetzung und die Hinweise zur Anwendung stehen auf der jeweiligen Produktseite.

FAQ

Wo steckt viel Lycopin?
In Tomaten und vor allem in Tomatenmark, Tomatensoße und Ketchup. Auch Wassermelone und rosa Grapefruit enthalten Lycopin.
Wird Lycopin aus gekochten Tomaten besser aufgenommen?
Ja. Erhitzen und etwas Fett machen das Lycopin für den Körper deutlich besser verfügbar.
Schützt Lycopin die Prostata?
Für isoliertes Lycopin ist das nicht belegt. Die EFSA hat entsprechende Angaben abgelehnt.
Wie viel Lycopin ist unbedenklich?
Die EFSA nennt 0,5 mg pro Kilogramm Körpergewicht und Tag aus allen Quellen, bei 70 kg also 35 mg.
Kann Lycopin Nebenwirkungen haben?
In üblichen Mengen kaum. Sehr große Mengen können die Haut orange färben.
Brauche ich Lycopin, wenn ich viele Tomaten esse?
In der Regel nicht. Tomatenprodukte sind die natürliche und gut verfügbare Quelle.

Quellen

Hinweis: Dieser Inhalt dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung.