Wirkstoffe
Heidelbeere: Herkunft, Verwendung und Hinweise
Die heimische Heidelbeere färbt Zunge und Finger blau, weil sie viele Anthocyane enthält. In Augenpräparaten wird ihr Extrakt häufig verwendet, belastbare Belege für ein besseres Sehen gibt es aber nicht.
Was ist die Heidelbeere?
Die Heidelbeere (Vaccinium myrtillus), auch Blaubeere genannt, ist ein niedriger Zwergstrauch der europäischen Wälder. Ihre Beeren sind durch und durch blauviolett gefärbt. Die Kulturheidelbeere aus dem Supermarkt stammt dagegen von einer nordamerikanischen Art und hat helles Fruchtfleisch. Die dunkle Farbe kommt von Anthocyanen, wasserlöslichen Pflanzenfarbstoffen. Waldheidelbeeren enthalten davon deutlich mehr als Kulturheidelbeeren, außerdem Gerbstoffe.
Herkunft und Gewinnung
Heidelbeeren wachsen auf sauren Böden in Nadel- und Mischwäldern in ganz Europa und im Norden Asiens. Für Extrakte werden vor allem wild gesammelte Beeren aus Skandinavien und Osteuropa verwendet. Die Beeren werden getrocknet oder zu Extrakten verarbeitet, die oft auf einen festen Gehalt an Anthocyanen eingestellt sind. Getrocknete Beeren werden auch als Tee oder zum Kauen angeboten.
Traditionelle und heutige Verwendung
Getrocknete Heidelbeeren sind ein altes Hausmittel bei Durchfall, ihre Gerbstoffe wirken leicht zusammenziehend. Die EMA führt getrocknete Heidelbeeren in einer Monographie als traditionelles pflanzliches Arzneimittel bei leichtem Durchfall und hat auch frische Heidelbeeren geprüft. Bekannt wurde die Beere zudem durch eine Geschichte aus dem Zweiten Weltkrieg, nach der Piloten mit Heidelbeermarmelade nachts besser sahen. Heute steckt Heidelbeerextrakt in vielen Augenpräparaten.
Was die Forschung sagt
Die Geschichte mit dem besseren Nachtsehen ließ sich in späteren Untersuchungen nicht bestätigen. Zu Heidelbeerextrakt bei müden oder trockenen Augen gibt es nur kleine Untersuchungen mit begrenzter Aussagekraft. Für Pflanzenstoffe hat die EU bisher keine gesundheitsbezogenen Angaben zugelassen, die Prüfung solcher Angaben ruht seit Jahren. Aussagen wie hilft bei trockenen Augen sind für Nahrungsergänzungsmittel nicht erlaubt. Als Lebensmittel sind Heidelbeeren eine gute Quelle für Ballaststoffe und Pflanzenstoffe.
Sicherheit, Wechselwirkungen und Grenzwerte
Heidelbeeren sind als Lebensmittel sehr gut verträglich. Eine Überdosierung allein durch den Verzehr der Beeren ist nicht möglich. • Bei Extrakten in hohen Mengen sind leichte Magen-Darm-Beschwerden möglich. • Getrocknete Beeren können stopfen, frische eher leicht abführen. • Wer Gerinnungshemmer nimmt und hoch dosierte Extrakte verwenden möchte, fragt vorher ärztlich nach. • Plötzliche Sehstörungen, Lichtblitze oder ein Schatten im Blickfeld gehören sofort in augenärztliche Hände. • Für Kinder sind Augenpräparate mit Extrakten nicht vorgesehen.
In welchen Produkten auf MVZ Hartmann
Heidelbeere ist auf MVZ Hartmann derzeit in diesen Produkten als Zutat aufgeführt: • Ocuvist: Kapseln, Heidelbeerextrakt mit Lutein und Pinienrinde • OptiPills - Kapseln für das Sehen: Kapseln, Heidelbeerextrakt mit Lutein und Zeaxanthin Menge, Extraktart und Darreichungsform unterscheiden sich von Produkt zu Produkt. Die vollständige Zusammensetzung und die Hinweise zur Anwendung stehen auf der jeweiligen Produktseite.
FAQ
- Was ist der Unterschied zwischen Wald- und Kulturheidelbeere?
- Die Waldheidelbeere ist innen blau und enthält deutlich mehr Anthocyane. Die Kulturheidelbeere stammt aus Nordamerika und hat helles Fruchtfleisch.
- Verbessern Heidelbeeren das Nachtsehen?
- Das ließ sich in Untersuchungen nicht bestätigen.
- Wofür werden getrocknete Heidelbeeren verwendet?
- Traditionell bei leichtem Durchfall, wie es auch die EMA in ihrer Monographie beschreibt.
- Sind Heidelbeerextrakte gut verträglich?
- Meist ja. In hohen Mengen sind Magen-Darm-Beschwerden möglich.
- Gibt es zugelassene EU-Angaben für Heidelbeeren?
- Nein. Für Pflanzenstoffe sind bisher keine Angaben zugelassen.
- Wann muss ich zum Augenarzt?
- Bei plötzlichen Sehstörungen, Lichtblitzen oder einem Schatten im Blickfeld sofort.
Quellen
Hinweis: Dieser Inhalt dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung.