Wirkstoffe
Hamamelis: Herkunft, Verwendung und Hinweise
Hamamelis, auch Zaubernuss genannt, ist ein Strauch aus Nordamerika, dessen Blätter und Rinde reich an Gerbstoffen sind. Die EMA beschreibt Zubereitungen traditionell bei leichten Hautentzündungen und bei Juckreiz und Brennen durch Hämorrhoiden.
Was ist Hamamelis?
Die Virginische Zaubernuss (Hamamelis virginiana) ist ein Strauch, der im Spätherbst und Winter blüht, wenn er die Blätter bereits verloren hat. Die gelben, fadenförmigen Blüten machen ihn auch in europäischen Gärten beliebt. Blätter und Rinde enthalten viele Gerbstoffe. Diese ziehen Haut und Schleimhaut leicht zusammen, Fachleute sprechen von adstringierender Wirkung. Dadurch kann sich gereizte Haut beruhigen und kleine Absonderungen gehen zurück.
Herkunft und Gewinnung
Die Pflanze stammt aus den Wäldern im Osten Nordamerikas. Für Arznei- und Pflegeprodukte werden Blätter, Rinde und junge Zweige verwendet. Es gibt zwei Hauptformen: Extrakte aus Blättern und Rinde sind reich an Gerbstoffen. Hamameliswasser entsteht durch Destillation von Zweigen und Blättern, enthält kaum Gerbstoffe, dafür flüchtige Duftstoffe, und wird gern als Gesichtswasser genutzt.
Traditionelle und heutige Verwendung
Ureinwohner Nordamerikas nutzten Hamamelis bei Hautverletzungen, Schwellungen und Entzündungen. Europäische Siedler übernahmen die Anwendung. Die EMA führt Hamamelisblätter und Hamamelisrinde in Monographien als traditionelle pflanzliche Arzneimittel. Äußerlich beschreibt sie die Anwendung bei leichten Hautentzündungen und trockener Haut sowie zur Linderung von Juckreiz und Brennen bei Hämorrhoiden. Heute steckt Hamamelis in Salben, Zäpfchen, Cremes, Gesichtswassern und Beinpflege.
Was die Forschung sagt
Die gerbende Wirkung ist gut bekannt und erklärt, warum Hamamelis gereizte Haut beruhigen kann. Untersuchungen mit Menschen sind klein, etwa bei leichten Hautentzündungen oder Hämorrhoiden. Die EMA stützt ihre Einordnung auf die lange Tradition. Gesundheitsbezogene Angaben der EU für Lebensmittel spielen bei Hamamelis keine Rolle, da es äußerlich angewendet wird.
Sicherheit, Wechselwirkungen und Grenzwerte
Hamamelis gilt äußerlich als gut verträglich. Selten treten Kontaktallergien mit Rötung und Juckreiz auf. • Nur auf intakte oder leicht gereizte Haut auftragen, nicht auf tiefe Wunden. • Blutungen aus dem After, Veränderungen beim Stuhlgang oder anhaltende Beschwerden immer ärztlich abklären lassen, auch wenn Hämorrhoiden vermutet werden. • Bei Hautreaktionen das Produkt absetzen. • Für Kinder, Schwangere und Stillende fehlen ausreichende Daten, hier vorher ärztlich nachfragen. • Nicht in die Augen bringen.
In welchen Produkten auf MVZ Hartmann
Hamamelis ist auf MVZ Hartmann derzeit in diesen Produkten als Zutat aufgeführt: • Proctowell: Creme mit Rosskastanie und Ringelblume • Venovixil Vein Care Cream: Beincreme mit Rosskastanie und Arnika Menge, Extraktart und Darreichungsform unterscheiden sich von Produkt zu Produkt. Die vollständige Zusammensetzung und die Hinweise zur Anwendung stehen auf der jeweiligen Produktseite.
FAQ
- Was ist der Unterschied zwischen Hamamelisextrakt und Hamameliswasser?
- Extrakte aus Blättern und Rinde enthalten viele Gerbstoffe. Hamameliswasser ist ein Destillat mit kaum Gerbstoffen und mildem Duft.
- Wofür wird Hamamelis verwendet?
- Traditionell äußerlich bei leichten Hautentzündungen, trockener Haut und bei Juckreiz und Brennen durch Hämorrhoiden.
- Ist Hamamelis gut verträglich?
- Meist ja. Selten treten allergische Hautreaktionen auf.
- Wann gehören Beschwerden am After zum Arzt?
- Bei Blutungen, Schmerzen, Veränderungen beim Stuhlgang oder wenn die Beschwerden nach einer Woche nicht besser werden.
- Warum heißt die Pflanze Zaubernuss?
- Der Name bezieht sich auf die ungewöhnliche Blütezeit im Winter und auf die Zweige, die früher als Wünschelruten dienten.
- Kann ich Hamamelis im Gesicht verwenden?
- Hamameliswasser wird oft als Gesichtswasser genutzt. Produkte für Beine oder den Analbereich sind dafür nicht gedacht.
Quellen
Hinweis: Dieser Inhalt dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung.