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Wirkstoffe

Gymnema: Herkunft, Verwendung und Hinweise

Gymnema sylvestre ist eine Kletterpflanze aus Indien, deren Blätter den süßen Geschmack für eine Weile unterdrücken. In Präparaten für den Blutzuckerbereich ist sie verbreitet, zusammen mit Diabetesmedikamenten kann sie aber zu Unterzuckerung beitragen.

Was ist Gymnema?

Gymnema sylvestre ist eine verholzende Kletterpflanze aus der Familie der Hundsgiftgewächse. Auf Hindi heißt sie Gurmar, was sinngemäß Zuckerzerstörer bedeutet. Der Name hat einen nachvollziehbaren Hintergrund: Kaut man die Blätter, schmecken süße Speisen für eine Weile fast neutral. Verantwortlich sind die Gymnemasäuren, die die Süßrezeptoren auf der Zunge vorübergehend blockieren.

Herkunft und Gewinnung

Die Pflanze wächst in den tropischen Wäldern Zentral- und Südindiens sowie in Teilen Afrikas und Australiens. Geerntet werden die Blätter, die getrocknet und gemahlen oder zu Extrakten verarbeitet werden. Viele Extrakte sind auf einen bestimmten Gehalt an Gymnemasäuren eingestellt, die Angaben unterscheiden sich aber stark. Präparate sind deshalb schwer miteinander zu vergleichen.

Traditionelle und heutige Verwendung

In der ayurvedischen Medizin wird Gymnema seit Jahrhunderten bei sogenanntem süßen Urin verwendet, der alten Beschreibung des Diabetes. Daneben galt die Pflanze als Mittel für Verdauung und Gewicht. Heute findet man Gymnema vor allem in Kombinationspräparaten für Blutzucker und Stoffwechsel, oft zusammen mit Zimt, Chrom oder Bittermelone.

Was die Forschung sagt

Kleine Untersuchungen mit Menschen, darunter ältere Studien aus Indien, berichteten über niedrigere Blutzuckerwerte. Die Teilnehmerzahlen waren gering, die Präparate unterschiedlich. Eine Auswertung im Rahmen eines EFSA-Programms stuft die Untersuchungen beim Menschen als wenig belastbar ein. Für Pflanzenstoffe hat die EU bisher keine gesundheitsbezogenen Angaben zugelassen, die Prüfung solcher Angaben ruht seit Jahren. Aussagen, die eine Senkung des Blutzuckers versprechen, sind für Nahrungsergänzungsmittel nicht erlaubt.

Sicherheit, Wechselwirkungen und Grenzwerte

Das wichtigste Risiko ist die Kombination mit Diabetesmedikamenten. Senkt Gymnema den Blutzucker zusätzlich, kann eine Unterzuckerung entstehen, besonders bei Insulin oder Sulfonylharnstoffen. Eine offizielle Höchstmenge gibt es nicht. • Menschen mit Diabetes nehmen Gymnema nur nach ärztlicher Rücksprache und messen anfangs häufiger. Ärztlich verordnete Medikamente nicht ohne ärztliche Rücksprache absetzen oder verändern. • Zeichen einer Unterzuckerung sind Zittern, Schwitzen, Heißhunger, Herzklopfen und Verwirrtheit. • Beschrieben sind Magen-Darm-Beschwerden, vor allem zu Beginn. • Für Schwangere, Stillende und Kinder liegen keine ausreichenden Daten vor. • Bei Lebererkrankungen vorher ärztlich nachfragen. • Der veränderte Süßgeschmack nach dem Kauen der Blätter ist harmlos und verschwindet wieder.

In welchen Produkten auf MVZ Hartmann

Gymnema ist auf MVZ Hartmann derzeit in diesen Produkten als Zutat aufgeführt: • Betasulin: Kombination mit Zimt und Alpha-Liponsäure • DiaFlex Forte: Tabletten mit Bittermelone und Chrom • Dianon: Kapseln, Gymnema-sylvestre-Extrakt mit Zimt • Glyco Forte Glucose Management: Kombination mit Berberin und Ceylon-Zimt Menge, Extraktart und Darreichungsform unterscheiden sich von Produkt zu Produkt. Die vollständige Zusammensetzung und die Hinweise zur Anwendung stehen auf der jeweiligen Produktseite.

FAQ

Warum heißt Gymnema Zuckerzerstörer?
Die Gymnemasäuren blockieren die Süßrezeptoren der Zunge. Süßes schmeckt danach eine Weile fast neutral.
Senkt Gymnema den Blutzucker?
Kleine Untersuchungen deuten darauf hin, die Aussagekraft ist aber gering. Eine zugelassene EU-Angabe gibt es nicht.
Darf ich Gymnema neben Diabetesmedikamenten nehmen?
Nur nach ärztlicher Rücksprache, da sich die Wirkungen addieren und eine Unterzuckerung möglich ist. Ärztlich verordnete Medikamente nicht ohne ärztliche Rücksprache absetzen oder verändern.
Welche Nebenwirkungen sind möglich?
Vor allem Magen-Darm-Beschwerden. Gefährlich kann eine Unterzuckerung bei gleichzeitiger Einnahme von Diabetesmitteln sein.
Woran erkenne ich eine Unterzuckerung?
An Zittern, Schwitzen, Heißhunger, Herzklopfen oder Verwirrtheit. Dann rasch Traubenzucker nehmen und ärztlichen Rat einholen.
Ist Gymnema für Schwangere geeignet?
Dafür fehlen ausreichende Daten. Schwangere und Stillende verzichten besser darauf.

Quellen

Hinweis: Dieser Inhalt dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung.