Wirkstoffe
Ginkgo: Herkunft, Verwendung und Hinweise
Ginkgo biloba ist ein uralter Baum aus China, dessen Blattextrakt als Arzneimittel bei altersbedingten Gedächtnisproblemen eingesetzt wird. Weil Ginkgo die Blutgerinnung beeinflussen kann, ist bei Blutverdünnern Vorsicht geboten.
Was ist Ginkgo?
Der Ginkgo (Ginkgo biloba) gilt als lebendes Fossil: Die Art existiert fast unverändert seit Millionen von Jahren. Typisch sind die fächerförmigen, oft zweigeteilten Blätter, die sich im Herbst leuchtend gelb färben. Verwendet werden die Blätter. Sie enthalten Flavonoide und Terpenlactone wie Ginkgolide und Bilobalid. Daneben kommen Ginkgolsäuren vor, die allergische Reaktionen auslösen können und in Arzneimitteln deshalb weitgehend entfernt werden.
Herkunft und Gewinnung
Ursprünglich stammt der Ginkgo aus China. Heute wird er weltweit als Park- und Straßenbaum gepflanzt, für die Blattgewinnung in Plantagen in China, Frankreich und den USA angebaut. Für Arzneimittel werden die Blätter getrocknet und in einem mehrstufigen Verfahren extrahiert. Daraus entsteht ein Trockenextrakt mit festgelegtem Gehalt an Flavonoiden und Terpenlactonen. Einfache Blattpulver oder Tees entsprechen diesem Extrakt nicht.
Traditionelle und heutige Verwendung
In der chinesischen Medizin wurden vor allem die Samen genutzt. Die Verwendung des Blattextrakts entwickelte sich ab den 1960er-Jahren in Deutschland. Die EMA beschreibt Arzneimittel mit einem bestimmten Ginkgo-Trockenextrakt als gut belegt, um altersbedingte Einschränkungen des Gedächtnisses und die Lebensqualität bei leichter Demenz zu verbessern. Daneben gibt es traditionelle Anwendungen bei leichten Durchblutungsstörungen, etwa kalten Händen und Füßen. In Nahrungsergänzungsmitteln wird Ginkgo in deutlich anderen Mengen und Zubereitungen verwendet.
Was die Forschung sagt
Für den standardisierten Arzneimittelextrakt gibt es Untersuchungen bei Menschen mit leichter Demenz, die eine geringe Verbesserung von Gedächtnis und Alltagsfähigkeiten zeigen. Bei gesunden Menschen ließ sich eine Steigerung der Gedächtnisleistung nicht belegen. Diese Ergebnisse gelten nicht automatisch für Nahrungsergänzungsmittel mit anderen Extrakten und kleineren Mengen. Für Pflanzenstoffe hat die EU bisher keine gesundheitsbezogenen Angaben zugelassen, die Prüfung solcher Angaben ruht seit Jahren.
Sicherheit, Wechselwirkungen und Grenzwerte
Ginkgoblattextrakt wird meist gut vertragen. Häufigste Nebenwirkung ist Kopfschmerz, daneben treten Schwindel, Magen-Darm-Beschwerden und allergische Hautreaktionen auf. • Ginkgo kann die Blutungsneigung erhöhen. Wer Gerinnungshemmer oder Thrombozytenhemmer wie ASS nimmt, spricht vorher ärztlich. Ärztlich verordnete Medikamente nicht ohne ärztliche Rücksprache absetzen oder verändern. • Vor Operationen die Einnahme mit dem behandelnden Team besprechen. • Bei Epilepsie nur nach ärztlicher Rücksprache. • In Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kindern nicht anwenden. • Gedächtnisprobleme, die zunehmen, gehören in ärztliche Abklärung. • Rohe Ginkgosamen sind giftig und nicht zum Verzehr geeignet.
In welchen Produkten auf MVZ Hartmann
Ginkgo ist auf MVZ Hartmann derzeit in diesen Produkten als Zutat aufgeführt: • DiaformRX: Kombination mit Zimt, Minze und Astaxanthin • Prostatricum: Kapseln, 60 mg Ginkgo-biloba-Blattextrakt 35:1 je Tagesmenge • Reprostat: Kapseln mit Sägepalme und Lycopin Menge, Extraktart und Darreichungsform unterscheiden sich von Produkt zu Produkt. Die vollständige Zusammensetzung und die Hinweise zur Anwendung stehen auf der jeweiligen Produktseite.
FAQ
- Wofür wird Ginkgo verwendet?
- Als Arzneimittel mit standardisiertem Extrakt bei altersbedingten Gedächtnisproblemen und leichter Demenz. In Nahrungsergänzungsmitteln in anderen Mengen.
- Darf ich Ginkgo mit Blutverdünnern nehmen?
- Nur nach ärztlicher Rücksprache, da Ginkgo die Blutungsneigung erhöhen kann.
- Verbessert Ginkgo das Gedächtnis bei Gesunden?
- Das ließ sich in Untersuchungen nicht belegen.
- Welche Nebenwirkungen hat Ginkgo?
- Am häufigsten Kopfschmerzen, außerdem Schwindel, Magen-Darm-Beschwerden und Hautreaktionen.
- Muss ich Ginkgo vor einer Operation absetzen?
- Besprechen Sie das mit dem behandelnden Team, da die Blutungsneigung steigen kann.
- Ist Ginkgo in der Schwangerschaft erlaubt?
- Nein, in Schwangerschaft und Stillzeit sollte Ginkgo nicht angewendet werden.
Quellen
Hinweis: Dieser Inhalt dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung.