Wirkstoffe
Chrom: Herkunft, Verwendung und Hinweise
Chrom ist ein Spurenelement, das in winzigen Mengen in vielen Lebensmitteln vorkommt und in Präparaten für den Blutzuckerbereich häufig zugesetzt wird. Hier erfahren Sie, was die EU erlaubt, welche Höchstmenge das BfR vorschlägt und warum Menschen mit Diabetes vorher ärztlich sprechen sollten.
Was ist Chrom?
In Lebensmitteln kommt Chrom als dreiwertiges Chrom vor, das als Spurenelement gilt. Davon klar zu unterscheiden ist sechswertiges Chrom aus der Industrie, etwa aus Verchromungsbädern. Es ist giftig und hat in Lebensmitteln nichts zu suchen. Dreiwertiges Chrom ist am Stoffwechsel von Kohlenhydraten, Fetten und Eiweiß beteiligt. Wie viel der Mensch tatsächlich braucht, ist wissenschaftlich nicht genau geklärt. Ein echter Chrommangel ist bei normaler Ernährung kaum beschrieben.
Herkunft und Gewinnung
Chrom steckt in kleinen Mengen in Vollkornprodukten, Fleisch, Käse, Nüssen, Hülsenfrüchten und manchen Gewürzen. Auch beim Kochen in Edelstahltöpfen gelangen Spuren in die Speisen. In Nahrungsergänzungsmitteln wird Chrom chemisch gebunden eingesetzt, zum Beispiel als Chrom(III)-chlorid, Chrompicolinat oder Chromhefe. Die Mengen werden in Mikrogramm angegeben, also Tausendsteln eines Milligramms.
Traditionelle und heutige Verwendung
Eine Tradition als Heilmittel hat Chrom nicht. Bekannt wurde es in den 1950er-Jahren, als Forscher bei Tieren einen Zusammenhang mit der Zuckerverwertung beobachteten. Seitdem wird es in Präparaten für Stoffwechsel und Gewichtsmanagement verwendet, oft zusammen mit Zimt oder Pflanzenextrakten. Die Verbraucherzentralen weisen darauf hin, dass sich Werbeaussagen solcher Kombinationen zum Blutzucker in der Regel nur auf das zugesetzte Chrom stützen, nicht auf die Pflanzen.
Was die Forschung sagt
Für Chrom hat die EU zwei gesundheitsbezogene Angaben zugelassen. Wörtlich lauten sie: • Chrom trägt zur Aufrechterhaltung eines normalen Blutzuckerspiegels bei. • Chrom trägt zu einem normalen Stoffwechsel von Makronährstoffen bei. Beide Angaben beschreiben eine normale Körperfunktion. Dass zusätzliches Chrom bei Diabetes den Blutzucker verbessert, ist nicht ausreichend gesichert. Produkte, die eine Senkung erhöhter Werte versprechen, wären rechtlich Arzneimittel.
Sicherheit, Wechselwirkungen und Grenzwerte
Das BfR empfiehlt für Nahrungsergänzungsmittel höchstens 60 µg Chrom pro Tagesdosis. Insgesamt sollte die zusätzliche Aufnahme aus Präparaten und angereicherten Lebensmitteln 250 µg pro Tag nicht übersteigen. Zu Chrompicolinat gibt es offene Fragen zur Langzeitsicherheit, die Verbraucherzentralen raten hier zur Zurückhaltung. • Menschen mit Diabetes besprechen die Einnahme vorher ärztlich, damit Messwerte und Medikamente aufeinander abgestimmt bleiben. • Wer Insulin oder Tabletten gegen Diabetes nutzt, misst nach dem Start eines neuen Präparats häufiger. • Bei Nieren- oder Lebererkrankungen ist ärztlicher Rat sinnvoll. • Ärztlich verordnete Medikamente nicht ohne ärztliche Rücksprache absetzen oder verändern.
In welchen Produkten auf MVZ Hartmann
Chrom ist auf MVZ Hartmann derzeit in diesen Produkten als Zutat aufgeführt: • DiaFlex Forte: Tabletten mit Gymnema und Bittermelone • Dianon: Kapseln mit Zimt und Gymnema • Gluconix: Kombination mit Berberin und Zink • Glucortex: Kapseln, als Chrompicolinat • Insulinorm: Kapseln, 40 µg je Tagesmenge Menge, Extraktart und Darreichungsform unterscheiden sich von Produkt zu Produkt. Die vollständige Zusammensetzung und die Hinweise zur Anwendung stehen auf der jeweiligen Produktseite.
FAQ
- Braucht der Körper überhaupt zusätzliches Chrom?
- Bei normaler Ernährung ist ein Mangel kaum beschrieben. Der genaue Bedarf ist wissenschaftlich nicht festgelegt.
- Wie viel Chrom darf ein Nahrungsergänzungsmittel enthalten?
- Das BfR empfiehlt höchstens 60 µg pro Tagesdosis. Eine gesetzliche Grenze gibt es in Deutschland bisher nicht.
- Senkt Chrom den Blutzucker?
- Zugelassen ist nur die Angabe, dass Chrom zur Aufrechterhaltung eines normalen Blutzuckerspiegels beiträgt. Eine Senkung erhöhter Werte bei Diabetes ist damit nicht gemeint.
- Was ist Chrompicolinat?
- Eine Verbindung aus Chrom und Picolinsäure, die gut aufgenommen wird. Zur Sicherheit bei langer Einnahme gibt es offene Fragen.
- Darf ich Chrom neben Diabetesmedikamenten nehmen?
- Nur nach ärztlicher Rücksprache. Ärztlich verordnete Medikamente nicht ohne ärztliche Rücksprache absetzen oder verändern.
- Ist Chrom aus Lebensmitteln gefährlich?
- Nein. In Lebensmitteln liegt dreiwertiges Chrom in sehr kleinen Mengen vor. Giftig ist das industriell verwendete sechswertige Chrom.
Quellen
Hinweis: Dieser Inhalt dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung.