Wirkstoffe
Alpha-Liponsäure: Herkunft, Verwendung und Hinweise
Alpha-Liponsäure ist eine schwefelhaltige Fettsäure, die der Körper selbst bildet und die in Deutschland als Arzneimittel bei diabetischer Nervenschädigung zugelassen ist. Als Nahrungsergänzung gibt es keine zugelassenen EU-Angaben, und bei Diabetes kann sie den Blutzucker zusätzlich senken.
Was ist Alpha-Liponsäure?
Alpha-Liponsäure, auch Thioctsäure genannt, ist eine kleine schwefelhaltige Fettsäure. Der Körper stellt sie selbst her und nutzt sie in den Mitochondrien, den Kraftwerken der Zellen, für die Energiegewinnung aus Nährstoffen. Außerdem wirkt sie als Antioxidans. Es gibt zwei spiegelbildliche Formen, die R- und die S-Form. Der Körper bildet nur die R-Form. Viele Präparate enthalten ein Gemisch aus beiden. Ein Mangel ist bei gesunden Menschen nicht bekannt.
Herkunft und Gewinnung
In Lebensmitteln kommt Alpha-Liponsäure in kleinen Mengen vor, etwa in Spinat, Brokkoli, Tomaten, Fleisch und Innereien. Die Mengen in Präparaten liegen um ein Vielfaches darüber. Für Arzneimittel und Nahrungsergänzungen wird sie chemisch hergestellt. Typische Präparate enthalten 300 bis 600 mg pro Tag.
Traditionelle und heutige Verwendung
Alpha-Liponsäure wurde in den 1950er-Jahren entdeckt. In Deutschland ist sie als Arzneimittel zur Behandlung von Beschwerden bei diabetischer Polyneuropathie zugelassen, einer Nervenschädigung durch langjährig erhöhten Blutzucker mit Brennen und Taubheitsgefühlen. Daneben wird sie in Nahrungsergänzungsmitteln für Stoffwechsel und Blutzucker verwendet, häufig zusammen mit Zimt, Chrom oder Pflanzenextrakten.
Was die Forschung sagt
Bei diabetischer Polyneuropathie gibt es Hinweise, dass Alpha-Liponsäure Schmerzen lindern kann. Klare Empfehlungen zu Form, Dauer und Dosis fehlen. Einen Nutzen für die Behandlung des Diabetes selbst sehen die Verbraucherzentralen nicht. Für Alpha-Liponsäure sind keine gesundheitsbezogenen Angaben der EU zugelassen. Die EFSA fand bereits 2010 keinen Zusammenhang mit Blutzucker oder Cholesterin bei Gesunden.
Sicherheit, Wechselwirkungen und Grenzwerte
Die EFSA hat 2021 festgestellt, dass Alpha-Liponsäure aus Nahrungsergänzungsmitteln das Risiko für das seltene Insulin-Autoimmunsyndrom erhöhen kann. Es führt zu plötzlichen schweren Unterzuckerungen und betrifft vor allem Menschen mit einer bestimmten erblichen Veranlagung. Eine sichere Dosis konnte die EFSA nicht angeben. Bei regelmäßig 600 mg oder mehr wurden außerdem Herzrhythmusstörungen und Leberwerterhöhungen beschrieben. • Nur nach ärztlicher Rücksprache einnehmen, bei Diabetes mit regelmäßiger Kontrolle. Ärztlich verordnete Medikamente nicht ohne ärztliche Rücksprache absetzen oder verändern. • Alpha-Liponsäure kann die Wirkung blutzuckersenkender Medikamente verstärken und die von Schilddrüsenhormonen verändern. • Mehrere Stunden Abstand zu Calcium, Eisen, Magnesium und Milchprodukten halten. • Hohe Mengen können die Aufnahme von Biotin stören. • Mögliche Nebenwirkungen sind Magen-Darm-Beschwerden, Schwindel, Kopfschmerzen und Geschmacksstörungen. • Nicht für Kinder, Jugendliche, Schwangere und Stillende ohne ärztlichen Rat.
In welchen Produkten auf MVZ Hartmann
Alpha-Liponsäure ist auf MVZ Hartmann derzeit in diesen Produkten als Zutat aufgeführt: • Betasulin: Kombination mit Zimt, Gymnema und Biotin • Glyco Forte Glucose Management: Kombination mit Berberin, Ceylon-Zimt und Mineralstoffen Menge, Extraktart und Darreichungsform unterscheiden sich von Produkt zu Produkt. Die vollständige Zusammensetzung und die Hinweise zur Anwendung stehen auf der jeweiligen Produktseite.
FAQ
- Was ist Alpha-Liponsäure?
- Eine schwefelhaltige Fettsäure, die der Körper selbst bildet und für die Energiegewinnung nutzt.
- Ist Alpha-Liponsäure ein Arzneimittel?
- In Deutschland gibt es zugelassene Arzneimittel bei diabetischer Polyneuropathie. In Nahrungsergänzungsmitteln wird sie ebenfalls verwendet.
- Senkt Alpha-Liponsäure den Blutzucker?
- Sie kann die Wirkung von Diabetesmedikamenten verstärken. Eine zugelassene EU-Angabe zum Blutzucker gibt es nicht.
- Was ist das Insulin-Autoimmunsyndrom?
- Eine seltene Störung mit plötzlichen schweren Unterzuckerungen. Laut EFSA kann Alpha-Liponsäure das Risiko bei entsprechender Veranlagung erhöhen.
- Wann nehme ich Alpha-Liponsäure ein?
- Mit mehreren Stunden Abstand zu Milchprodukten und Präparaten mit Calcium, Eisen oder Magnesium, da diese sie binden.
- Darf ich Alpha-Liponsäure neben Diabetesmitteln nehmen?
- Nur nach ärztlicher Rücksprache und mit engmaschiger Blutzuckerkontrolle. Ärztlich verordnete Medikamente nicht ohne ärztliche Rücksprache absetzen oder verändern.
Quellen
Hinweis: Dieser Inhalt dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung.